Sylvia Bartsch: Wirtschaft und Arbeitsplätze in Wismar & Nordwestmecklenburg | 2026

Thema 5 von 10 · Landtagswahl MV 2026

5Wirtschaft, Gewerbe und gute Arbeitsplätze

Neue Gewerbeflächen schaffen Chancen, aber erst Investitionen, Ausbildung, Infrastruktur und regionale Wertschöpfung machen daraus nachhaltige Entwicklung. Thema 5 betrachtet den Großgewerbestandort Kritzowburg-Hornstorf und fragt nach einer Landesstrategie für gute Arbeit.

Einordnung der Kandidatur 2026

Sylvia Bartsch kandidiert bei der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 für die SPD über die Landesliste. Die aktuelle Kandidatenübersicht der SPD Mecklenburg-Vorpommern führt sie auf Listenplatz 33 und ordnet sie Nordwestmecklenburg zu. Der amtlich festgelegte Wahltag ist Sonntag, der 20. September 2026.

Für die sachliche Einordnung ist wichtig: Sylvia Bartsch wird in der veröffentlichten SPD-Übersicht nicht als Direktkandidatin eines der 36 Landtagswahlkreise geführt. Für den Wahlkreis 10 Wismar nennt die SPD Tilo Gundlack, für Nordwestmecklenburg I Birgit Hesse und für Nordwestmecklenburg II Jens Strohschein als Direktkandidierende. Die Bezeichnung „Region Wismar und Nordwestmecklenburg“ auf dieser Seite beschreibt daher den regionalen Bezug der Themenserie und keinen persönlichen amtlichen Wahlkreis Sylvia Bartschs.

Kommunalpolitisch ist Sylvia Bartsch aktuell als Präsidentin der Bürgerschaft der Hansestadt Wismar verifiziert. Die Stadt nennt sie für die Wahlperiode 2024 bis 2029 in dieser Funktion. Zu den Aufgaben des Präsidiums gehören die Leitung der Sitzungen, die Beachtung der Geschäftsordnung und die Repräsentation der Bürgerschaft nach außen. Diese kommunale Erfahrung ist für die folgenden Fragen relevant, ohne daraus automatisch eine persönliche landespolitische Position abzuleiten.

Transparenzregel dieser Kampagne: Regionale Fakten werden als Fakten dargestellt. Wo keine aktuelle, belastbar belegte persönliche Position von Sylvia Bartsch vorliegt, wird eine offene Frage formuliert. Aus Projekten in Wismar oder Nordwestmecklenburg wird weder ein persönlicher Erfolg noch ein Wahlversprechen konstruiert.

Ein interkommunaler Standort als regionales Zukunftsprojekt

Wirtschaftsentwicklung endet nicht an Stadt- oder Gemeindegrenzen. Das zeigt der interkommunale Großgewerbestandort Kritzowburg-Hornstorf besonders deutlich. Im Juli 2026 unterzeichneten der Landkreis Nordwestmecklenburg, die Hansestadt Wismar, die Gemeinde Hornstorf und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg eine Vereinbarung zur gemeinsamen Vermarktung.

Der Standort umfasst nach Angaben der Beteiligten rund 160 Hektar und liegt unmittelbar am Autobahnkreuz Wismar von A20 und A14 sowie in Nähe des Seehafens. Genannt werden mögliche Ansiedlungen aus Industrie und produzierendem Gewerbe, etwa Medizintechnik, pharmazeutische Produktion sowie Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie und Zulieferer. Die konkrete spätere Nutzung hängt allerdings von tatsächlichen Investoren, Genehmigungen und wirtschaftlichen Entscheidungen ab.

Die Größe des Projekts macht klar, warum regionale Zusammenarbeit notwendig ist. Beschäftigte wohnen nicht zwingend in der Kommune, in der ihr Arbeitsplatz entsteht. Verkehrswege, Berufsschulen, Wohnungsmarkt, Energieversorgung und kommunale Einnahmen sind miteinander verbunden. Deshalb sollte die Bewertung eines Gewerbestandortes nicht nur auf verkaufte Flächen schauen.

Gute Arbeit entsteht nicht automatisch durch Ansiedlungen

Eine Unternehmensansiedlung kann Arbeitsplätze schaffen, aber die Qualität dieser Arbeitsplätze ist entscheidend. Für eine Region ist relevant, ob langfristige Beschäftigung entsteht, ob tarifliche oder angemessene Löhne gezahlt werden, ob Ausbildung angeboten wird und ob lokale Betriebe als Zulieferer profitieren können. Auch die Frage, welche Qualifikationen benötigt werden, ist wichtig.

Nordwestmecklenburg und Wismar stehen dabei wie viele Regionen vor dem Fachkräfteproblem. Neue Unternehmen konkurrieren mit bestehenden Betrieben um Beschäftigte. Deshalb darf Wirtschaftsförderung nicht nur neue Ansiedlungen begleiten, sondern muss auch bestehende kleine und mittlere Unternehmen, Handwerk und Dienstleistungen im Blick behalten. Berufliche Bildung, Weiterbildung und Zuwanderung von Fachkräften gehören zur wirtschaftspolitischen Realität.

Infrastruktur ist ein weiterer Standortfaktor. Autobahn und Hafen sind ein Vorteil des Großgewerbestandortes. Ebenso wichtig sind leistungsfähige Strom- und Datennetze, verfügbare Flächen, schnelle Genehmigungen und ein verlässlicher öffentlicher Verkehr. Wenn Beschäftigte einen Standort nur mit dem eigenen Auto erreichen können, entstehen zusätzliche Probleme für Fachkräftegewinnung und Verkehr.

FlächeDer Großgewerbestandort Kritzowburg-Hornstorf umfasst rund 160 Hektar.
LageDie Nähe zu A20, A14 und Seehafen Wismar wird als wesentlicher Standortvorteil beschrieben.
ZusammenarbeitWismar, Hornstorf, Landkreis und Wirtschaftsförderung vermarkten den Standort gemeinsam.
Entscheidende FrageWie werden aus Flächenvermarktung dauerhaft gute Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung?

Welche Rahmenbedingungen Landespolitik setzen kann

Das Land kann bei großen Investitionen koordinieren, Förderprogramme gestalten, Fachkräfteinitiativen unterstützen und Genehmigungsstrukturen verbessern. Beschleunigung bedeutet dabei nicht, Umwelt-, Beteiligungs- oder Sicherheitsanforderungen einfach auszuschalten. Ziel sollte sein, Verfahren klar, digital und berechenbar zu organisieren, damit Unternehmen und Kommunen wissen, welche Unterlagen erforderlich sind und wie lange Schritte realistischerweise dauern.

Ebenso wichtig ist die Verknüpfung mit Bildungspolitik. Ein neuer Industriestandort benötigt Fachkräfte, die nicht kurzfristig aus dem Nichts entstehen. Berufsschulen, duale Ausbildung, Hochschule, Weiterbildung und Berufsorientierung sollten mit der regionalen Wirtschaftsstrategie abgestimmt werden. Der Erfolg eines Standorts hängt auch davon ab, ob junge Menschen in der Region eine berufliche Perspektive sehen.

Für die Landespolitik stellt sich schließlich die Frage nach regionaler Balance. Fördermittel sollten weder ausschließlich auf große Leuchtturmprojekte noch nur auf kleinteilige Maßnahmen konzentriert werden. Ein stabiler Wirtschaftsraum braucht beides: neue Investitionen und einen starken Bestand an Handwerk, Mittelstand, Dienstleistungen und öffentlichen Arbeitgebern.

Wirtschaftspolitik braucht auch einen Blick auf den Bestand

Große Ansiedlungen erhalten verständlicherweise viel Aufmerksamkeit. Für die Stabilität einer Region sind aber ebenso die vielen bestehenden Betriebe entscheidend. Handwerksunternehmen, Einzelhandel, maritime Wirtschaft, Dienstleister und mittelständische Produktionsbetriebe sichern Ausbildung und Beschäftigung. Wenn neue Flächen entwickelt werden, sollte deshalb geprüft werden, wie bestehende Unternehmen von Infrastruktur, Fachkräfteangeboten und Kooperationen profitieren können.

Ein weiterer Punkt ist die Krisenfestigkeit. Eine Region, die zu stark von einzelnen Großarbeitgebern oder Branchen abhängt, kann bei wirtschaftlichen Veränderungen besonders verletzlich sein. Eine breite Wirtschaftsstruktur, innovative Unternehmen und gute Qualifizierungsmöglichkeiten erhöhen die Anpassungsfähigkeit. Landespolitik kann dazu beitragen, indem sie Gründungen, Forschungstransfer, Digitalisierung und Weiterbildung unterstützt und gleichzeitig verlässliche Bedingungen für bestehende Betriebe schafft.

Fachkräfte entscheiden über den tatsächlichen Nutzen

Neue Arbeitsplätze sind nur dann ein regionaler Gewinn, wenn Unternehmen auch Beschäftigte finden und Menschen die nötigen Qualifikationen erwerben können. Deshalb sollten Wirtschaftsförderung, Berufsschulen, Hochschule, Arbeitsverwaltung und Unternehmen enger zusammenarbeiten. Frühzeitige Berufsorientierung und attraktive Ausbildungsbedingungen können dazu beitragen, junge Menschen in der Region zu halten.

Gleichzeitig wird Zuwanderung für viele Branchen eine Rolle spielen. Gute Willkommensstrukturen, Wohnraum, Sprachkurse und eine schnelle Anerkennung von Qualifikationen beeinflussen, ob Fachkräfte dauerhaft bleiben. Wirtschaftspolitik kann deshalb nicht getrennt von Bildungs-, Wohnungs- und Integrationspolitik betrachtet werden.

Gerade für eine Region mit Hafen, Industrie, Handwerk und ländlichen Räumen ist außerdem eine breite Mischung von Qualifikationen wichtig, damit wirtschaftliche Entwicklung nicht an einzelnen Engpässen scheitert.

Frage an Sylvia Bartsch

Wie sollte das Land Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftliche Standorte wie Wismar und Nordwestmecklenburg unterstützen, damit aus neuen Investitionen dauerhaft gute Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und Perspektiven für die Menschen vor Ort entstehen?

Drei Maßstäbe für nachhaltige Wirtschaftsförderung

Arbeitsqualität

Wie viele langfristige, qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze entstehen und welche Entwicklungschancen bieten sie?

Regionale Wertschöpfung

Profitieren lokale Zulieferer, Handwerk, Dienstleistungen und Kommunen von neuen Ansiedlungen?

Infrastruktur

Sind Energie, Daten, Verkehr, Wohnen und Bildung so entwickelt, dass Wachstum dauerhaft tragfähig ist?

FAQ zu Thema 5

Wie groß ist der Großgewerbestandort Kritzowburg-Hornstorf?

Die Hansestadt Wismar nennt rund 160 Hektar Gesamtfläche.

Wer vermarktet den Standort gemeinsam?

Landkreis Nordwestmecklenburg, Hansestadt Wismar, Gemeinde Hornstorf und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg.

Welche Lagevorteile werden genannt?

Die unmittelbare Nähe zum Autobahnkreuz von A20 und A14 sowie die Nähe zum Seehafen Wismar.

Sind bereits alle dort genannten Branchen angesiedelt?

Nein. Die offizielle Mitteilung beschreibt geeignete bzw. mögliche Branchen. Daraus darf nicht abgeleitet werden, dass alle genannten Unternehmen oder Branchen bereits angesiedelt sind.

Wird das Projekt Sylvia Bartsch persönlich zugerechnet?

Nein. Es dient als aktuelles regionales Beispiel für die wirtschaftspolitische Frage.

Wann ist die Landtagswahl?

Am 20. September 2026.

Geprüfte Quellen und weiterführende Informationen

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